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Als Selbstständige und Unternehmerin durch die Pandemie

12. 04. 2021

… ein kleiner Mutmacher

 

Wir befinden uns mitten in der dritten Corona-Welle. Täglich haben wir sie vor Augen: Die Grafik mit dem Auf und Ab der Kurven, immer wieder ansteigend bis zum nächsten Peak, unterbrochen durch einige Täler der Entspannung. Ich habe mich manchmal gefragt, ob diese Kurve nur für den Pandemieverlauf steht oder nicht auch ein Abbild meiner Stimmungen und Emotionen in den letzten Monaten ist.

Die erste Welle im Frühjahr 2020 verlief noch recht gemäßigt. Es war für mich die Zeit des „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Eine Zeit des Stillstands, die ich genutzt habe, um an einem neuen Vorhaben, einen Traum und weiteren Schritt meiner Selbstständigkeit zu arbeiten: Meinen JOCUS-Kinder-Treffpunkt in Dresden. Dann kam der Sommer 2020 mit einer vorläufigen und zumindest annähernden Rückkehr zur Normalität und für mich eine intensive Phase der Planung und Organisation, verbunden mit Vorfreude bis hin zur Euphorie. Nun konnte ich auch wieder meiner Aufgabe als Rettungsengel in den Kitas nachgehen und mit meinen Puppen auf einigen kleineren Feiern auftreten. Jetzt ist alles gut, dachte ich damals, bis der November kam.

Die Eröffnung meines Kindertreffs war gerade vollzogen, wenn auch nur mit einer kleinen Eröffnungsfeier, die ersten Kurse waren gebucht. Dann der nächste Hammer: Wieder alles dicht. Kindertreff zu, Kitas zu, keine Veranstaltungen, keine Feiern. Obwohl ich meinen Kinder Service-JOCUS auf verschiedenen Säulen aufgebaut habe, musste ich nun zusehen, wie eine nach der anderen wieder wegbrach. Zum ersten Mal verspürte ich nun Traurigkeit, Wut und Hoffnungslosigkeit und die Angst, dass durch die wegbrechenden Säulen mein „JOCUS-Haus“ einzustürzen droht. Ein scheinbar endloser Lockdown in der dunklen Jahreszeit hat es fast geschafft, mir all meine Kraft und meinen Willen zum Weitermachen zu rauben. Aber mit Beginn des neuen Jahres kehrte auch der Mut und die Entschlusskraft zum Weitermachen zurück, schließlich habe ich nicht nur eine Verantwortung mir selbst und meiner Familie gegenüber, sondern auch den Kindern, die ich betreue und deren Familien.

Als Erstes habe ich natürlich die Unternehmenshilfen beantragt, um über die Runden zu kommen. Aber mir wurde auch bewusst, dass es vor allem an mir liegt, an meiner Einstellung, wie ich durch diese schwierigen Zeiten komme. Ich kann mir nur selbst helfen.

Das gelang und gelingt mir größtenteils durch viel Bewegung an der frischen Luft, einer guten Tagesstruktur und Arbeit an meinem Mindset mit Hilfe von Podcasts und Hörbüchern. Mein großer Anker und Halt war aber mein Kindertreff. Zwar schmerzt es, wenn der Raum nicht von Kinderstimmen und -lachen durchdrungen ist, aber trotzdem war und bin ich fast ausnahmslos jeden Tag dort. Die Atmosphäre hier hat mir dabei geholfen meine Kreativität auszuleben. Gleichzeitig war es für mich ein Signal an die Menschen „Ich bin da!“. Wer meinen „Laden“ kennt, der weiß, dass es im Schaufenster immer was Neues zu sehen gibt und ich die Passanten auch zum Mitmachen einladen. Rätsel und Aufgaben, Bastelanleitungen und Sachen zum Mitnehmen – liebevoll aufbereitet. Je nach Jahreszeit und Anlass gibt es immer was Anderes zu sehen und zu tun. Zudem habe ich damit begonnen, meine Puppen vor die Kamera zu holen und kleine Videos zu drehen. Es ist eine Möglichkeit mit den Kindern, wenn auch nur virtuell, in Kontakt zu bleiben. Wenn alles klappt und ich eine Förderzusage erhalte, starte ich im Mai mit einem weiteren digitalen Projekt, bei dem ebenso meine Puppen im Fokus stehen. Mehr möchte ich an der Stelle aber noch nicht verraten.

Auch wenn sich also an den äußeren Umständen seit November nicht viel geändert hat, habe ich für mich entdeckt, dass ich mit dem richtigen Mindset, Resilienz und Mut die Situation für mich erträglich gestalten kann. Die Tatsache, dass ich seit Beginn des Jahres zwei weitere Damen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zur freiberuflichen Erzieherin mit meinem Coaching-Programm begleiten konnte, hat mich zudem darin bestätigt, dass es richtig und wichtig ist, sein Business breit aufzustellen.

Wenn Ihr in meinem Blog etwas nach unten scrollt, findet Ihr einen Beitrag vom Juni 2018 mit der Überschrift „Ich bin ein Mutmacher“. Damals ging es um meine Erfolgsgeschichte als Gründerin. Ich konnte ja nicht ahnen, dass mich die Mutmacher-Rolle weiter begleiten soll, nun in dem Sinne, mich selbst und andere Selbstständige in Krisenzeiten zu bestärken, weiterzumachen und nicht aufzugeben.

Ich sehe Licht am Ende des Tunnels und blicke optimistisch auf die Zeit ab Beginn des Sommers.

Abschließend möchte ich nochmals kurz meine ganz persönlichen Tipps aus meiner Erfahrung für alle Selbstständigen und Kleinunternehmen auf einen Blick zusammenfassen.

 

  • Erweitert Eure Perspektive und stellt Euer Business möglichst breit auf.
  • Auch wenn momentan scheinbar vieles stillsteht: Ihr selbst solltet es auf keinen Fall tun. Schafft Euch eine feste Tagesstruktur, geht raus, bewegt Euch an der frischen Luft, bleibt aktiv und kreativ, arbeitet weiter an Eurem Business.
  • Bleibt sichtbar und in stetigen Kontakt mit Euren Geschäftspartnern und Kunden, wenn auch nur virtuell.
  • Nutzt die angebotenen staatlichen Hilfen zur Überbrückung, auch wenn die Beantragung manchmal mühsam und zeitaufwendig ist.
  • Arbeitet an Eurem Mindset. Es gibt dazu tolle Podcasts und Hörbücher. Psychische Widerstandkraft und die Fähigkeit zur Adaption (flexiblen Anpassung) sind wichtige Eigenschaften in Krisenzeiten.

 

Eure Manuela

 

Bild zur Meldung: Als Selbstständige und Unternehmerin durch die Pandemie